Katzenjammer: SPD, Datteln IV und eine verlorene Wahl

Hört, hört möchte man rufen ob der Wahl-Nachlese der örtlichen SPD. In der örtlichen Tageszeitung vom 3. Juni 2017 heißt es plötzlich, das Kraftwerk habe an dieser Stelle gar nicht gebaut werden dürfen. Und die Bezirksregierung habe das nicht genehmigen dürfen...

Es ist kaum zu glauben - offenbar hat diese Partei ihre ganz eigene Wahrnehmung der Welt, die nicht unbedingt mit den Tatsachen korrespondiert. Zwei Mal gab es im Stadtrat die Chance, den Bebauungsplan abzulehnen. Zwei Mal wurde der Bebauungsplan mithilfe der Ratsmehrheit der SPD angenommen.

Wenn es nicht so traurig wäre für die Region - man könnte darüber lachen. Jetzt die Verantwortung auf die Bezirksregierung abzuschieben heißt, die Verantwortung für das eigene politische Handeln und dessen Folgen schlicht zu leugnen. Und auf die Vergesslichkeit der Bürger zu setzen.

"Wir verstehen dieses Kraftwerk als Bekenntnis zur heimischen Steinkohle."

Das war die Prämisse, vor Jahren wörtlich und mit breiter Brust vorgetragen von einem SPD-Fraktionsmitglied.


Heute zu behaupten, man habe das Projekt 'mit unterstützt' ist keine Untertreibung, es ist einfach falsch. Man hat im Gegenteil maßgeblich dazu beigetragen, dieses Kraftwerk auf den Weg zu bringen. Gegen alle Widerstände, Warnungen, Mahnungen. Statt zukunftsorientiertem wirtschaftlichen Handeln und Denken für die Region ewig gestrige Kohle-Nostalgie, verbrämt mit Bergmannsromantik, die es so nie gegeben hat.

Was hätte man nicht alles anfangen können mit diesen vielen Hektar Land mit besten Anbindungen. Kleine Betriebe ansiedeln, die örtliche Wirtschaft fördern, vielen Menschen Arbeit geben. Stattdessen ein monströses Gebäude, Umweltverschmutzung, Lärm und Arbeit für gerade einmal 70 Menschen. Und das alles, ohne dass Datteln in absehbarer Zeit auch nur einen Cent Steuern erhält. Aber die Infrastruktur vorhalten und bezahlen muss. Selbst wenn eon/Uniper zurückbauen muss - was sie hoffentlich tun müssen - ist das Gelände über Jahre blockiert und dient nicht der heimischen Wirtschaft. Vielen Dank dafür!
Wer sich von Großkonzernen am Nasenring durch die Manege führen lässt (siehe auch: Ruhrzinkbrache, Abrisszeit Datteln I bis III...) und das für Industriefreundlichkeit hält, der muss wirklich noch Hausaufgaben machen.

Bisher nicht geschafft, 6, setzen.
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