Erste Kohleladung gelöscht – ein trauriger Tag für Datteln

So, der erste Kohlepott hat nun seine Ladung gelöscht. Das ging relativ unspäktakuler über die Bühne. Leider war dieses "historische Ereignis" so kurzfristig öffentlich geworden, dass wir von der IG Meistersiedlung keine Chance hatten, von der gegenüberliegenden Seite des Kanals dieses Schiff mit dem Bezeugnis der tiefen Trauer zu begrüßen. In diesem Zusammenhang stellt sich aber nach wie vor die Frage, ob die Hafenanlage baurechtlich überhaupt abgenommen worden ist, so dass es zur Löschung von Ladungen kommen darf.

Ab Montag dürfen sich die Bürger dieser Stadt darauf freuen, von unangenehmen Geräuschen belästigt zu werden, wenn der Probebetrieb im Kraftwerk in die nächste Phase geht. Hoffentlich werden dann die absoluten Befürworter plötzlich aus dem Schlaf gerissen oder fühlen sich beim lauschigen Grillabend im Garten massiv gestört. Dass Uniper zur Vermeidung Ohrenschützer ausgeben will, ist nur ein Gerücht. Leider darf das Unternehmen all diese Versuche starten und durchführen, weil es ja von der Bezirksregierung in Münster die entsprechende Betriebserlaubnis bekommen hat. Wieder einmal war diese Behörde schneller als das Gericht. Will man wieder einmal in der Öffentlichkeit den Eindruck suggerieren, "jetzt sind sie schon soweit und haben viel Geld investiert, also lasst das Kraftwerk doch endlich ans Netz gehen".

Die Medien haben in diesem Zusammenhang den Kraftwerksgegnern überhaupt kein Gehör geschenkt, was mit einem ausgewogenen Journalismus wenig zu tun hat. Es wurde lediglich darauf verwiesen, dass Klagen beim OVG anhängig seien. Leider hat man überhaupt nicht in Erwägung gezogen, dass die neue Landesregierung beim Bau von neuen Windkraftanlagen auf die Einhaltung der Abstandsbestimmungen pocht, bei einem Kohlekraftwerk in dieser Deminsion wohl aber weiterhin nicht. Da wird beim Schutz der Bevölkerung eindeutig mit zweierlei Maß gemessen.

Darum, so glaube ich, sollten wir mehr denn je darauf hinweisen, dass dieser Abstandserlass bei Datteln IV schlichtweg ausgehebelt worden ist und dass hier zu einer Ungleichbehandlung der Bevölkerung in diesem Lande kommt. Und das sollte auch das OVG interessieren.

Unsere nächste Versammlung ist am Montag, 10. Juli, wie gewohnt um 19 Uhr in der Postkutsche an der Castroper Straße.
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