Fernwärme – es geht ohne eon!

Grundsätzlich könnten die drei Ostveststädte unabhängig von einem gigantischen Steinkohlekraftwerk umweltfreundlich mit Fernwärme versorgt werden, wenn andere Erzeuger die Möglichkeit bekommen würden, das in Datteln vorhandene gut ausgebaute Netz zu nutzen. Bei der jüngsten Versammlung der IG Meistersiedlung stellte Ludger Heine, Geschäftsführer der Fernwärmegesellschaft Oer-Erkenschwick, Alternativen vor. "Wo es erforderlich ist, könnten wir Fernwärme erzeugen", sagte Heine und verwies hinsichtlich des Netzes auf eine hervorragende Infrastruktur in Datteln. Ludger Heine muss es wissen. Immerhin hat er bei der damaligen Veba-Ruhrgas das Dattelner Fernwärmenetz mit geplant und viele Jahre betreut. In der Nachbarstadt Oer-Erkenschwick hat seine Gesellschaft mit der Stadtentwicklungsgesellschaft und RWE im Jahre 2012 einen Kooperationsvertrag geschlossen. Seither wird Grubengas genutzt, um es in Fernwärme umzuwandeln. Öffentlich Gebäude und rund 1000 Wohnungen können allein mit der Grubengasanlage versorgt werden. Und das über viele Jahre, denn das Grubengasvorkommen unter der Stimbergstadt sei enorm. Darum sei es auch möglich, von Rapen aus Hachhausen mit dieser Energie zu versorgen. "Wir haben E.ON für Datteln 20 000 Megawattstunden angeboten." Die erforderliche Leitung über knapp zwei Kilometer sei einfach umzusetzen, der Bau sei bereits mit der Bezirksregierung abgesprochen worden. Leider sei man bisher auf dieses Angebot nicht eingegangen, bedauert der Diplom-Ingenieur, der in diesem Zusammenhang die Frage in den Raum stellte, welche Lösungsmöglichkeiten bestünden, wenn das Kraftwerk Datteln IV nicht in Betrieb genommen wird. Heine: "Was passiert dann mit dem vorhandenen Leitungsnetz?" Besonders die Politik sei gefragt, für diesen Fall Alternativen zu finden. "Gibt es eine Rückbauverpflichtung oder eine Übernahme durch die Stadt Datteln?" "Wir können einspringen, wenn Datteln IV nicht kommt, müssen als Versorger aber ernst genommen werden", sagte Heine und führte weiter aus, wie eine Fernwärmeversorgung sichergestellt werden könnte, wenn der Vorrat an Grubengas erschöpft ist. In Oer-Erkenschwick werde bereits an dezentralen Lösungen gearbeitet. Das heißt, die Errichtung von Blockheizkraftwerken, die mit Biomasse betrieben werden sollen. Diese Biomasse, sprich Grünschnitt, falle auch in Datteln in großer Menge an, werde aber nicht genutzt, sondern verbrannt, ohne davon zu profitieren. "Die Verbrennungskosten betragen 84 Euro pro Tonne", rechnete Heine vor. Geld, das eingespart werden kann, wenn Strauch- und Grünschnitt sinnvoll verwertet würden. Die Fernwärmeversorgung über dezentrale Blockheizkraftwerke ist von der IG Meistersiedlung immer wieder gefordert worden. Diese alternative Lösung stieß bei der Mehrheit im Rat der Stadt Datteln jedoch auf taube Ohren.
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