Planungssicherheit – Unwort des Jahres 2013

Bereits jetzt können wir das Unwort des Jahres 2013 küren - (fehlende) Planungssicherheit. Gern werden Unternehmen diese arg schwammige Begrifflichkeit nutzen, wie jüngst in Datteln geschehen, um ohne weitere Angabe von Gründen Entscheidungen nach Gusto treffen zu können. Auf eine solche Idee scheinen aber all die, die sich gar zu gern mit Kritiker-Bashing beschäftigen, noch gar nicht gekommen zu sein. Schlechtes Wetter - Industriekritiker sind schuld. Essen versalzen - Industriekritiker sind Schuld. Firmenentscheidungen nicht nach Wunsch der Lokalpolitiker - selbstverständlich sind auch daran renitente Bürger Schuld, die sich nicht nach Gutsherrenart verwalten lassen wollen. Vielleicht ist es aber auch so, dass große Industriekonzerne generell nicht mehr agieren können, wie sie es vor 50 oder 100 Jahren taten. Gesetze haben sich geändert, es gibt inzwischen den Begriff Umweltschutz und Bürger sind mittlerweile nicht mehr bereit, kritiklos Entscheidungen von Unternehmen und Verwaltungen zu akzeptieren, die deutlich erkennbar falsch sind und in deren Findung sie an keiner Stelle freiwillig einbezogen wurden. Die Lokalpresse sinniert darüber, ob Industrie und Mensch nicht mehr so gut zusammenpassen - sie haben noch nie zusammengepasst, nur wurde darüber früher nicht nachgedacht. Traurige Zeugen dafür sind noch heute verseuchte Böden, vergiftetes Grundwasser und Verbote, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten zu essen. Asiatische Gäste aus einer der großen Industriemetropolen Chinas trinken begeistert Wasser direkt aus dem Wasserhahn - unmöglich in ihrer Heimatstadt - und erzählen mit leuchtenden Augen von der klaren Luft und der sauberen Umgebung - im Ruhrpott! China ist noch ganz am Anfang des Weges, den wir schon gegangen sind, eben weil Industrie und Mensch nicht gut zusammenpassen und wir damit bereits viele Jahre Erfahrung haben. Es gibt bei uns inzwischen zahlreiche Verbesserungen, warum dann Rückschritte machen? Und natürlich siedeln sich in NRW Unternehmen ohne Probleme mit der Planungssicherheit an. Vielleicht hat man dort einfach vorher nachgedacht und sich an Vorgaben und Gesetze gehalten? Wer hat die Fehler gemacht, deren Folgen man jetzt nur zu gern den Kritikern in die Schuhe schieben möchte? Mal genau drüber nachdenken und dabei vielleicht an einer Möhre aus dem eigenen Garten knabbern...je nach vorherrschender Windrichtung und Lage des Grundstücks könnte die sogar genießbar sein.
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