eon Datteln 4 – weitere schwere Schlappe vor Gericht

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat am 12. Juni 2012 den immissionsschutzrechtlichen Vorbescheid für das Kohlekraftwerk Datteln IV aufgehoben, weil es ihn für rechtswidrig erachtet. Dieser Bescheid besagt die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit des Großprojektes. Der dagegen klagende BUND bekam nun Recht - 6 Jahre, nachdem eon das Thema für seine Planungen als unwichtig erachtet hatte. Lesen Sie hier die Pressemitteilung des Oberverwaltungsgerichtes Damit steht eon mit den Genehmigungsverfahren für sein Kraftwerksprojekt wieder ganz am Anfang. Der BUND betrachtet das Urteil als "weiteren Sargnagel" für das Kraftwerksprojekt und forderte das Unternehmen, aber auch die Politik auf, nun endlich die Reißleine zu ziehen und das Projekt zu begraben.

Bürger jahrelang döppen - und dann Angst vor dem Ertrinken?

Nach der Politik ruft auch eon - nun aber nach der politischen DLRG, die das Projekt und die Beteiligten vor dem Ertrinken retten soll. Nachdem man jahrelang seitens des Konzerns kein Problem damit hatte, Bürger, die sich wehren, zu döppen, wird nun auf die politische Tränendrüse gedrückt. Aber es ist so, wie es ist: eon scheitert letztlich an sich selbst. Ein Konzern, der im 21. Jahrhundert noch mit Strategien aus der Zeit der Industriellen Revolution arbeitet, der schadet tatsächlich dem modernen Industriestandort Deutschland. Die Dinosaurier sind nur scheinbar ausgestorben - ihre neuzeitlichen Nachkommen bewegen sich immer noch in den Chefetagen einiger Großkonzerne. Vielleicht bemerken sie die Veränderungen der letzten 65 Millionen Jahre erst, wenn sie ihren Managerbiotopen einmal den Rücken kehren und sich den Wind der heutigen (Um)Welt um die Nase wehen lassen. Manchmal bläst der sogar die dicksten Arroganzpanzer fort.
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