eon Datteln 4 durch die Hintertür?

Niemand hat die Absicht, einen Baustopp zu umgehen...

Solche Beteuerungen dürften einen ähnlichen Wahrheitsgehalt haben wie die über 50 Jahre alten Aussagen eines ostdeutschen Politikers kurz vor dem Mauerbau. Bebauungsplan ungültig, Vorbescheid entzogen aber -

Konzern will Umrichter 'vorziehen'

Vor was, darf gefragt werden. Insbesondere müssen sich diejenigen fragen lassen, die möglicherweise dem Konzern die gewünschte separate Genehmigung erteilen. Kann oder will keiner dieser 'Entscheider' die Strategien des Energieriesen erkennen? Auf den ersten Blick ist es ein kleines schmutziges Foulspiel - auf den zweiten Blick auch. Nun soll es also die Notwendigkeit der Bahnstromlieferung sein die es eon ermöglichen soll, trotz Baustopps eine Umrichteranlage auf seinem Gelände zu errichten. Die Projektleitung spricht von 'vorziehen' was impliziert, dass der ganze Rest noch folgen soll. Auf welcher Grundlage, das ist keinem Beobachter klar, denn ohne gültigen Bebauungsplan und ohne immissionsschutzrechtlichen Vorbescheid kann eigentlich nichts gebaut werden - eigentlich, denn nichts und Baustopp sind im Fall Datteln 4 scheinbar frei interpretierbare Größen. Zumindest für den eon-Konzern, die Bezirksregierung und Teile des Dattelner Stadtrats. Soso, Sorgen macht man sich bei eon, um die Bahnstromversorgung, gern auch um die Fernwärme, aber  wohl in erster Linie um die Dividenden für die Aktionäre. Wie sieht das aus, wenn die um 10 Cent gekürzt werden müsste, ts ts. Also wird das nächste taktische Salamischeibchen abgeschnitten und Beteiligte, die bereits mehr als einen Elfmeter kassiert haben, feiern fröhliche Urständ und genehmigen möglicherweise erneut, was längst durchgefallen und de jure nicht zugelassen ist. Bleibt nur zu hoffen, dass irgendwann Vernunft einkehrt in diesen unsäglichen Genehmigungsmarathon. Bis dahin bleibt wohl der Einschleichversuch durch die Hintertür das Mittel der Wahl.
This entry was posted in Archiv and tagged , , , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.