(K)ein Dach für das Kohlelager oder: was interessiert mich mein Geschwätz von gestern

Die Diskussion um die Einhausung des Kohlelagers für eon Datteln 4 zeigt einmal mehr die enorme Flexibilität des Stadtrates  in Datteln. Zur Historie: 2007 war es noch einhelliger Wunsch ALLER Fraktionen, dass das Kohlelager mit einem Dach versehen werden soll. Damals wurde auf Betreiben der Stadt kein Beschluss gefasst, weil - ja weil sich dadurch Verzögerungen beim Bebauungsplan ergeben hätten. Das wollte die Stadt eon nicht zumuten, das Unternehmen hatte es ja schließlich sehr eilig, da muss eine Stadt schon mal fünfe gerade sein lassen. Man versuchte stattdessen, diese Forderung durch die Bezirksregierung durchsetzen zu lassen, die dafür nur leider gar nicht zuständig ist. Nur der Stadtrat hätte diese Forderung im Interesse der Dattelner Bürger beschließen und in den Bebauungsplan einfließen lassen können. Durch diese strategische Meisterleistung des Stadtrates fiel das Dach für fünf Jahre dem Vergessen anheim. Heute, 2012, kommen die überwiegend selben Stadträte zu einer ganz anderen Einschätzung. Nunmehr soll es genügen, das Kohlelager etwas kleiner zu gestalten, eine Einhausung erachten sie nicht mehr als notwendig. Abwehungen kommen ja praktisch nicht vor und wenn, dann bleiben die ganz brav in einem umgebenden Zaun hängen. Wahrscheinlich werden an diesem Zaun Warnschilder angebracht - Achtung: Durchgang für Staub verboten. Ach, die Welt ist schön, besonders wenn man sie durch eine feuerrote Brille betrachtet. Warum viele Stadträte ihre Meinung um 180° geändert haben wird wohl immer ihr Geheimnis bleiben. Der geneigte Betrachter wird vielleicht nach sachlichen Gründen suchen, der ungeneigte eher an Lobbykratie und die Macht der Konzerne denken. Es ist ja durchaus bemerkenswert, dass das Bauwerk, das eigentlich nicht da ist, aber doch da ist, genau dem entspricht, das da stehen könnte. Oder so.
This entry was posted in Wahrheit and tagged , , , , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.