Datteln IV und die CO2-Reduzierung

Immer wieder behauptet e.on, das geplante Kraftwerk verringere die Umweltbelastung. Richtig ist: Die Umweltbelastung steigt mit Datteln IV beträchtlich!

Thema: CO2

Im Antrag auf Erlass eines immissionsschutzrechtlichen Vorbescheids benennt e.on die zu erwartenden Gesamt-CO2-Emmissionen mit etwa 8.5 Millionen Tonnen pro Jahr. Die immer wieder gehörte Behauptung, durch den verbesserten Wirkungsgrad liefere das geplante 'Referenz'-Steinkohlekraftwerk Datteln IV einen Beitrag zur CO2-Reduzierung, ist reine Zahlenspielerei. Die verbindlich abzuschaltenden Kraftwerke Datteln I bis III emittieren insgesamt 1,6 Mio. t CO2. Damit verbleibt ein Mehrausstoß an Kohlendioxid von 4,6 Mio. t/a. Darüber hinaus hatten e.on-Vertreter anlässlich eines Vor-Ort-Termins des OVG am 13.08.2009 erklärt, zusätzlich das Kraftwerk Shamrock in Herne abzuschalten (- 0,8 Mio. t/a CO2). Über weitere Abschaltungen entscheide der Markt, andere Annahmen seien ein 'Missverständnis', so eon in einer Erklärung vor dem OVG Münster (vgl. Rnd. 118 der Urteilsbegründung des OVG-Münster vom 3. September 2009). Der BUND nennt folgende Zahlen zum geplanten Kraftwerk Datteln IV Standort: Datteln Investor: E.ON Genehmigung: 2. April 2007 Baubeginn: 2007 Investitionssumme: ca. 1,2 Mrd. Euro Typ: Steinkohleverbrennung mit KWK (380 KW) Leistung: 1.050 MW elektrisch Feuerungswärmeleistung: 2.600 MW th. (inkl. Hilfsdampferzeuger) CO2-Ausstoß: 5,0 bis 6,5 Mio. Tonnen pro Jahr ursprünglich geplante Fertigstellung: 2011 (Angaben des BUND hier) „Die Planung sieht keinen Ersatz oder eine Erweiterung des bisherigen Kraftwerks vor. Vielmehr ermöglicht sie eine Erhöhung der Energieproduktion um mehr als 350% und schafft damit eine neue Kraftwerksdimension.“ (so das OVG Münster in seinem Aufsehen erregenden Urteil vom 3. September 2009 auf den Seiten 37 und 38). „Tatsächlich ist jedoch nicht ansatzweise sichergestellt, dass das Kraftwerk, das selbst einen erheblichen Ausstoß von Treibhausgasen verursachen wird, insgesamt zu einer Reduzierung beiträgt.“ (OVG-Urteil 10 D 121/07.NE verkündet am 03. September 2009;  Seite -45-) e.on behauptet: „Das neue Kraftwerk wird einen elektrischen Nettowirkungsgrad von über 45 Prozent haben. Und durch die gleichzeitige Auskopplung von Fernwärme können sogar bis zu 60 Prozent der Brennstoffenergie genutzt werden. Zudem wird Datteln 4 nicht nur die bestehenden Kraftwerke in Datteln, sondern auch andere Altanlagen im Ruhrgebiet ersetzen, und eon hat seit 2000 bereits 1.800 Megawatt fossil befeuerter Kraftwerksleistung im Ruhrgebiet stillgelegt. Aufgrund der höheren Effizienz und des Abschaltens von alten, weniger effizienten Anlagen verbessert sich die Umweltbilanz in der Region somit erheblich – auch wenn die neue Anlage wesentlich mehr Strom produziert als ihre Vorgänger.“ Richtig ist, dass die Nettobelastung der Umwelt mit Schadstoffen und Kohlendioxid durch das geplante Steinkohlenkraftwerk zunimmt, da Altanlagen nicht im Umfang der Emissionen der Neuanlage abgeschaltet werden. Bei der Genehmigung von neuen Anlagen zur Energieerzeugung ist jedoch zwingend zu beachten, dass die Bemühungen um den Schutz des Klimas und der Umwelt einen tatsächlichen Fortschritt erfahren und nicht nur bloße theoretische Verbesserungen des Wirkungsgrades einer Anlage in den Vordergrund gerückt werden.
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